Weltkirchliche Kooperation – Sebin Joseph zum Priester geweiht
Eine große Freude verbindet das Wilhelmsstift mit der Priesterweihe von Sebin Joseph. Er ist der erste Priesteramtskandidat aus der weltkirchlichen Ausbildungskooperation zwischen der Diözese Rottenburg-Stuttgart und der Erzdiözese Tellicherry in Kerala, Indien, der die Priesterausbildung in Tübingen und Rottenburg absolviert hat und nun zum Priester geweiht wurde.
Sebin Joseph kam im Jahr 2017 in das Wilhelmsstift. Zunächst lernte er Deutsch bis zum Sprachniveau C1. Anschließend erwarb er am Ambrosianum die für das Theologiestudium in Tübingen erforderlichen Sprachzeugnisse: Latinum, Bibelgriechisch und Hebraicum. Danach absolvierte er das fünfjährige Magisterstudium der Katholischen Theologie in Tübingen. Für die weitere pastorale Ausbildung wechselte Sebin Joseph in das Priesterseminar nach Rottenburg. Dort bereitete er sich auf die Diakonenweihe vor, die ihm am 15. März 2025 gemeinsam mit fünf weiteren Weihekandidaten in der Konkathedrale St. Eberhard in Stuttgart gespendet wurde. Die Feier wurde live auf YouTube übertragen, sodass auch seine Familie, Freunde und Mitglieder seiner Heimatgemeinde mitfeiern konnten. Sein Diakonatsjahr führte Sebin Joseph in die Seelsorgeeinheit Marchtal. Dort konnte er erste wichtige Schritte im pastoralen Dienst gehen.
Priesterweihe und Primiz in Kerala
Am Mittwoch, 27. Mai 2026, empfing Sebin Joseph in seiner Heimatgemeinde, der St. Mary’s Church in Badiyadka in Kerala, die Priesterweihe. Gespendet wurde sie von Erzbischof Dr. Joseph Pamplany. Die Feier fand im syro-malabarischen Ritus statt. Nach dem Brauch dieses Ritus schloss sich unmittelbar an die Priesterweihe die Feier der Primiz an.
Eine Delegation aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart mit 46 Personen durfte die Priesterweihe und die Primiz vor Ort mitfeiern. Unter den Mitreisenden waren auch Mitglieder und Freunde des Wilhelmsstifts. Die Delegation erfuhr in Indien eine große und herzliche Gastfreundschaft. Zugleich wurde sichtbar, wie viele persönliche Kontakte, Freundschaften und Verbindungen in den vergangenen Jahren gewachsen sind. Direktor Msgr. Martin Fahrner konzelebrierte bei der Feier.
Gegenbesuch im Wilhelmsstift
Nur wenige Tage später kam es zum Gegenbesuch in Tübingen. Erzbischof Dr. Joseph Pamplany besuchte das Wilhelmsstift. Dort wurde am 3. Juni 2026 die weltkirchliche Kooperation in der Priesterausbildung zwischen der Diözese Rottenburg Stuttgart und der Erzdiözese Tellicherry für weitere sieben Jahre verlängert. Die entsprechende Vereinbarung unterzeichneten Bischof Dr. Klaus Krämer und Erzbischof Dr. Joseph Pamplany im Rahmen einer Feierstunde im Wilhelmsstift.
Die Kooperation hatte im Dezember 2017 mit dem Einzug zweier indischer Seminaristen in das Tübinger Wilhelmsstift begonnen, darunter Sebin Joseph. Sie verbindet theologische Ausbildung, geistliche Begleitung, pastorale Praxis und interkulturelles Lernen. Zugleich ist sie ein Zeichen weltkirchlicher Verbundenheit. Bischof Dr. Klaus Krämer würdigte den direkten Kontakt und den Austausch mit der Erzdiözese Tellicherry als Bereicherung und als Zeichen des weltkirchlichen Zusammenwachsens. Erzbischof Dr. Joseph Pamplany hob hervor, dass die jungen Männer in der Diözese Rottenburg Stuttgart nicht nur eine herausragende Ausbildung erfahren, sondern auch eine geistliche Heimat gefunden hätten.
Ein Meilenstein der Kooperation
Mit der Priesterweihe von Sebin Joseph erreicht diese Kooperation einen besonderen Meilenstein. Als Priester der Erzdiözese Tellicherry wird Sebin Joseph in den kommenden Jahren in der Diözese Rottenburg-Stuttgart pastorale Dienste übernehmen.
Für das Wilhelmsstift ist seine Weihe ein Anlass großer Dankbarkeit und Freude: für seinen persönlichen Weg, für die gewachsene Freundschaft mit ihm, für die in Indien erfahrene Gastfreundschaft und für die lebendige Erfahrung einer Kirche, die über Länder und Kulturen hinweg verbunden ist.
YouTube-Link zur Weihe (externer Link)
- Bild: Diözese Rottenburg-Stuttgart / Gregor Moser







